Nomadin auf Zeit

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Ein wunderbarer Tag!

Heute war in meinem Kopf, Tagwache, wie früher in der Schweiz. Oh wie liebe ich den Morgen und den neuen Tag.

Ein paar Zeilen noch in meinem Buch: Following Atticus von Tom Ryan. Hier spielt manches, wie in meinem Leben, nur hatte ich nicht Atticus. Mein langjähriger Vierbeiner Hoku, hat mich so viel gelehrt und war in allen Zeiten einfach neben mir und mit mir, viele Stunden in der Bergen.
Wunderbare Erfahrungen.
Deutscher Titel: Gipfelbild mit Hund Zwei ungewöhnliche Bergsteiger von Tom Ryan

Lesen gefährdet die Dummheit – ein Spruch auf einem Buchzeichen.

Raus aus den Federn und noch das tägliche Foto Richtung Sonnenaufgang.
Schon werde ich, wie tägliche begrüsst von meinen blauen Eichelhähern ( Blue Jay ) und ich begrüsse mit ihnen den neuen Tag.

Nun aber rein in die Florettina und Abfahrt. Sie bräuchte eine Wäsche, wir hatten Blütenstaub-Regentropfen. Die Sonne blendet schon jetzt um 7.30 Uhr. Geniesse die Fahrt zum Briefkasten, Doug hat mich Gestern angerufen und gemeldet, dass ein grosses, dickes Couvert in meiner Mailbox sei. So geht es direkt zur wunderschönen Mailbox und Post abholen.

Weiterfahrt nach Bridgewater, dem La Have River entlang auf der Nr. 3, welch ein Genuss. Die Sonne, Der Fluss, die farbigen Häuser und kaum Verkehr, ich staune immer noch, wie ein Kind. Die Fahrt geht nach Lunenburg zum Farmermarkt. Unterdessen kenne ich die Gegend schon ein bisschen und ich fahre direkt zur Markthalle. Ich liebe diese Märkte mit ihren Farben, mit den speziellen Menschen und ihrer Liebe zu den Artikel, welche sie anbieten. Habe gute Gespräche mit Produzenten und kaufe gleich ein für das Wochenende. Meine Lieblingsbäckerei hat auch einen Stand, das passt ja perfekt, so habe ich Brot, wie es mir schmeckt. Ein Omlette zum Frühstück und einen Kaffee, geniesse ich bei offener Türe in der Florettina, an der Sonne draussen.

Abfahrt und gleich neben der Markthalle sehe ich eine Autowaschanlage. Leider die Lanze defekt, also weiter zur nächsten, weiss auch schon wo. Meine Erfahrung ist, wenn du die Augen offen hast, dann weisst du wo was ist, wenn du es brauchst. So ist es auch mit dieser Waschanlage, ein paar Meter weiter. Endlich – einseifen – waschen – polieren, und nun ist unsere Welt, wieder hübsch.

Jetzt geht es rein in den Dorfkern von Lunenburg, mein Auto weiss bereits wo parkieren, in diesen Einbahngassen. Die nächste Frage ist, jetzt einen Kaffee oder später? Solche Diskussionen habe ich manchmal mit mir. Später! Direkt in die Drogerie, ich bräuchte noch zusätzliche Mittel, gegen Seekrankheit. Ich Frau ( sei typisch, sagt Google ) kann nicht viel tun, aber Itinerol B6, habe ich schon mitgenommen aus der Schweiz. Dimenhydrinate seien auch noch eine gute Idee und ein junger Mann findet dies in der Drogerie. Nun suche ich noch Kaugummi mit hohem Vitamin C Gehalt und das homöopathische Mittel Ipcachuana D3. Notfalltropfen kann ich auch noch einnehmen und den Nein-Kuan-Punkt ( Akupressur ) drücken. 2 Querfinger unterhalb der Handgelenksfalte und den Zeigefinger zwischen die Sehnen pressen. Na ja, bei meinem letzten Trip auf dem Meer ( über den Atlantik ), bin ich 3 Tage nur am k….. gewesen. Habe gestaunt, woher das Ausgeworfene stammt. Laut der Aerztin im Internet – eine Skipperin – wenn es trotzdem kommt, dann lass es raus, ohne dich zu sträuben, ok.

Ihr seht ich bin in Vorbereitung für meine Reise nach Labrador und Neufundland.

Ein Skipper soll mal zu seinem Mitsegler gesagt haben: Soll ich dir deine Portion des Essens auf einen Teller füllen, oder gleich über Bord werfen?

Nun führt mich der Weg nach Mahone Bay, immer der Atlantik Küste entlang. Dies ist ein wunderbarer Heimweg und ich schaue noch gleich, ob die Touristeninfo, schon offen hat. Hat sie nicht und immer noch ist kein Eröffnungsdatum irgendwo sichtbar. Immerhin, sehe ich Putz- und Farbkübel im Rauminnern, da tut sich was.

Über die Autobahn zurück nach Bridgewater, zu meinem Lieblingscafé und etwas Kleines zu essen, draussen an der Sonne. 4 Ansichtskarten schreiben an meine Enkel, an meine Schwester und an meine Schwägerin. Endlich wieder Zeit um zu schreiben, das geniesse ich sehr. Die Zeit ruft, ich habe einen 2. Termin in der Ford Garage. Garage? Warum?

Hamburg Anfang März 2023, Elvira und ich bringen Florettina zum Hafen, zur Verschiffung nach Halifax. Wir kommen gut an in Hamburg, nach Regen, Schnee und schönstem Wetter. Vor der Verschiffung ist es Pflicht, den Wagen durch die Waschstrasse zu fahren. Abgabe Termin um 11.30 Uhr und jetzt zur Waschanlage, mitten in Hamburg. Überall stehen Pillonen und ich parkiere zwischen Zwei, meine Florettina rein. Ein Mitarbeiter kommt auf uns zu und ich frage, wie das hier so läuft und als Erstes sagt er: „ Die Pillonen sind da, dass niemand da rein fährt!“ Zeige ihm mein nettes Gesicht und meine grauen Haare und alles ist klar. Er verrückt die Pillonen, so dass wir zuerst die Innenreinigung machen können, denn die Waschanlage ich gerade defekt. Aber das sollte passen. Irgendwann kommt er und sagt uns, dass wir mal zur Kasse fahren sollen und dort warten. „ Na Schweizer Mädels mögt ihr einen Kaffee?“ Ja wir mögen! Ich frage ihn noch, ob ich das Teuerste nehmen soll, er sagt, nein, nein, 18.00 Euro, das reicht. Und schon geht’s weiter, rein in die Waschstrasse und die Antenne muss runter, wegen der Waschwalze. Also rausschrauben und in die Kabine nehmen. Ich muss dazu sagen, dass ich Waschanlagen nicht mag, warum weiss ich eigentlich auch nicht, also bin ich das erste Mal ein bisschen aufgeregt, seit unserer Abfahrt. ( Vorahnung? ) Als das Waschprogramm in vollem Gange ist, kommt Wasser von der Sonnenblende her rein. Das Wasser verteilt sich im Himmeldach, nach rechts und nach links. Geistesgegenwärtig nehme ich unsere Putzlappen und drücke, diese mit Plastiksack dorthin, wo das Wasser zuerst reinkam. Der Wassereintritt stoppt, sobald die Walze fertig ist. Nochmals zum Verständnis, die Fenster waren geschlossen und auf dem Weg nach Hamburg, hat es ziemlich geregnet und auch geschneit und kein Wasser irgendwo im Führerhaus.

Der erste Termin in der Ford Garage hatte ich nicht überwacht und da ist mir aufgefallen, dass nicht verstanden wurde, oder nicht gehört wurde was ich gesagt hatte. Sie haben alles probiert mit Wasser und Luft, aber die Antenne war drin.

Zuerst warte ich vor der Garage, ca. 30 Minuten. Noch ein Kunde musste auf sein Auto warten und wir hatten ein gutes Gespräch. Weiss nun, dass er 70 Jahre alt ist, noch spät Kinder hatte und dazu eine junge Frau ( Nr. 2 ) Er hat dänische, deutsche und polnische Wurzeln. Er mag meine Florettina und den Schriftzug darauf. Ich bekam oft einen kurzen Ellbogen Stubser und dazu noch einige Tipps, wo man gut isst. Zuletzt noch einen Hugh – eine Umarmung und alles Gute auf meinen Weg. So nun bin ich dran. Heute bin ich dabei und Antenne raus und wieder Luft und Wasser rein in dieses kleine Antennen- Loch. Nichts passiert, ich gebe auf. Zumal Montag vor einer Woche hatten wir Sturm und sooooo viel Regen, dass der See neu gefüllt wurde und auch da ist kein Wasser in das Führerhaus gekommen. Na dann sehen wir, wie die Geschichte weitergeht. Ich denke, Florettina mag auch keine Waschstrassen.

Fahre heim, ja seit einigen Tagen, sage ich heimfahren. Passt. Auf der Fahrt noch ein Stop an der Tankstelle und Tank auffüllen. Daneben kommt auch ein Wagen und der Fahrer füllt seinen Tank. Er kommt zu mir und sagt:“ Sweat, jour write on the car, I like it.“ Ihm gefällt der Schriftzug von Florettina und der Schmetterling. Staunend und dankbar sitze ich in mein Auto und fahre mit einem Grinsen auf dem Gesicht, heimwärts.
Die Sonne ist noch da, vor dem Häuschen. Mache mit ein frühes Abendessen und sitze inmitten der Natur. Der Kolibri kommt mit seinen tausenden Flügelschlägen angesurrt, die Blue Jay rufen in den Abend, das Eichhörnchen hat wieder irgendwo was Weisses bauschiges gefunden, der Robin sitzt auf dem Baum daneben und ein braunes Vögelchen setzt sich frech in den Futtertrog.

Entscheide mich nach dem Essen nochmals meine neuen Wanderschuhe einzulaufen und gehe zur Brücke. Wunderbar scheint die Sonne, ein bisschen windig, aber einfach ein perfekter Sonnenuntergang.

Dankbarkeit, dass ich hier leben darf, auf Zeit und auch Heute werde ich wieder mit einem Lächeln einschlafen.

Take care…….