Verbringe jeden Tag einige Zeit mit dir selbst.
-- Dalai Lama --
Seit 59 Tagen bin ich nun in Newfoundland unterwegs und gerade die Zeit mit mir selbst, habe ich mir nicht genommen.
7500 Kilometer in Newfoundland unterwegs haben mich unendlich viel Neues entdecken lassen.
Nach der Ankunft auf der Insel, viel Regen und Kälte, so dass ich mich entschieden habe, mal ein B&B zu geniessen.
Besuch bei Marylin im Blue Pond Park. Mein erstes Potlag ( Essen zusammen und alle bringen was mit ) Mein Beitrag waren Aelplermagronen. Danach noch Kartenspiel bis in den neuen Tag mit den Saison Park Nutzern. Wunderbare, offene Menschen.
24.7.2023 Längere Fahrt nach Seal Cove um mit grossen Augen, meinen ersten Iceberg zu sehen. Fahrt zum Flughafen und Veronica abholen, welche in Brunegg wohnt und hier in Newfoundland aufgewachsen ist.
Besuch bei ihrem Bruder Rick in Port au Choix, wo ich mit offenen Armen aufgenommen werde und wieder mal in einem richtigen Bett schlafen darf. Lerne noch mehr Familienmitglieder kennen und bin einfach ein Teil davon.
Besuche die Touristenattraktionen – LˆAnse aux Meadows, St. Anthony ganz im Norden. Wandere, besuche Museen und Ausstellungen und tauche in die Geschichte der Ureinwohner ein.
Das Wetter ist immer wieder mit Regen bestückt und meine Florettina hat kleine Lecks. So hechte ich mitten in der Nacht aus dem Dachbett, weil es so heftig regnet und ich Hagel befürchte und es auch reinregnet. Kübel unterstellen, Dach schliessen, bequem auf dem unteren Bett einrichten und Tagebuch schreiben, bis das heftige Gewitter vorbei ist. Bin richtig erstaunt, dass ich so viel Ruhe in mir habe.
Besuche den Gros Morne National Park und mache den langen Weg zum Gros Morne Moutain, den 2. höchsten Berg in Newfoundland. Bin nach 7 Stunden zurück und stolz auf meine Leistung. Konnte alles anwenden, was ich in den Schweizer Bergen gelernt hatte. Gut markiert.
Fahre danach in viele kleine Häfen und Ecken von Newfoundland. Lerne wunderbare Menschen kennen und werde immer wieder wie ein Familienmitglied aufgenommen. Darf einen kleinen Schwarzbären sehen, einige Elche, Robben am Strand, viele Vögel, Walfische, Fossilien und Steine welche 550 Mio Jahre alt sind, Lachse welche über den Wasserfall springen und immer wieder Natur pur. Wasser, Wälder, Tundra, Taiga, einfach alles findet sich hier.
Besuche ein Festival auf Fogo Island und verlasse die Insel mit neuer Liebe im Herzen. „ Romance on the Road“. Arthur und ich reisen seit diesen Tagen meistens zusammen. Ein wunderbarer Koch verwöhnt meinen Gaumen, mit feinem , gesundem Essen. Wir geniessen den Moment und haben keine Ahnung wohin wir geführt werden. Der USA Bürger und Schweizerin, mit ihren zwei VANˋs auf demselben Campingplatz sind immer wieder ein Gespräch. Wir begegnen so vielen Menschen, welche sich mit uns, über unser Glück, freuen. So habe ich nun einen privaten Kanulehrer mit viel Geduld mit einer Anfängerin.
Die Freundlichkeit der Inselbewohner ist einfach unschlagbar. Unvorstellbar, unglaublich und doch real. Hier ist es keine Frage, woher du kommst, wie du aussiehst, alle werden einfach mal im Herzen aufgenommen. Alle Türen stehen offen und sie sind wirklich offen. Wir erhalten Geschenke, werden eingeladen, sind Teil der Familie und werden verabschiedet mit den Worten: Wir sehen uns nächstes Jahr wieder. Vielleicht noch zu sagen, das sind nicht einzelne Menschen, das sind alle auf dieser Insel, wirklich alle.
Das Wetter wird besser und es ist wunderbar auch mal Sonnentage zu haben mit über 20 Grad. Fühle mich wohl, auch mit 15 Grad. Gehe schwimmen, wenn andere frieren beim zuschauen.
Die Hauptstadt St. Johnˋs besuchen wir nur kurz, wir sind nicht mehr gewohnt, so viele Menschen um uns herum zu haben. Fahren noch den Irish Loop und sind wieder begeistert von dieser grandiosen Natur.
Jetzt heisst es wieder zurück über die ganze Insel in den Westen. Ich werde immer sehr schnell müde und mein Energielevel ist sehr tief. Tränen kommen, keine Ahnung warum. Wir schalten Auszeittage ein, aber alles hilft nicht so recht. Heimweh kommt auf, das ist Neuland für mich. Dann endlich Ausbruch meiner Gürtelrose und so ist nun klar, woher diese Müdigkeit kommt. Erhalte dazu noch die Nachricht aus der Schweiz vom Tod meines Freundes Hans Fischer und dann haut es mir gleich den Boden unter den Füssen weg. Bin dankbar, dass ich getröstet werde mit viel Liebe und Wärme.
Auch die Sonne wärmt nun alles auf und ich erhole mich sehr gut und schnell. Wir wandern im Gros Morne Park, noch auf die Tablelands – flache Berge. Nicht markierter Weg und nur Steine, aber All Trails hilft uns ein bisschen. Nach dieser grandiosen Aussicht und dem wunderbaren sonnigen Tag, bin ich wieder bei Kräften und wieder im normalen Modus. Die Natur ist und war immer mein bester Doktor. Ich nehme mir noch Auszeit für mich alleine und fahre erneut nach Port au Choix. Hier ist es wie heim zu kommen und ich geniesse WLan. In die Schweiz zu telefonieren mit Video Call und meine Familie und Freunde zu sehen, das tut unendlich gut.
Florettina wir beladen und alles neu aufgefüllt, damit dem Start nach Labrador, nichts mehr im Weg steht. Freue mich auf die Durchquerung mit so ungefähr 1800 km Strasse – die einsamste Strasse der Welt.
Take care……
Die beste Möglichkeit, die Zukunft zu vorherzusagen, ist sie zu gestalten.
-- Abraham Lincoln --