Nomadin auf Zeit

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Frauenschuh überall
Frauenschuh überall

Tiere, Blumen und Wetter

Wer die Natur liebt, dessen innere und äussere Sinne stehen noch wahrhaft im Einklang miteinander; er hat sich den Geist der Kindheit bis ins Erwachsenenalter erhalten.

Tiere:

Ich komme gerade zurück vom Einkauf und 2 Schildkröten sind auf der Einfahrt zum Haus. Dunklen Panzer mit einem roten Streifen und verschiedenen roten Zeichnungen. Unter dem Panzer, mehr rot, als schwarz und der Kopf ist grünlich mit schwarz gezeichnet. Sie strampeln ein wenig, wenn ich sie von der Strasse zu dem sicheren Terrain trage. Kaum wieder Boden unter den Füssen, sind sie sehr schnell unterwegs und bald aus meinem Blickfeld verschwunden. Ihre Tarnung ist sehr gut, im Wald. 

Die Panted Turtle ( Schmuckschildkröte ) ist hier. Vom See her kommen so Mitte Nachmittag 2-9 Schildkröten und graben Löcher in den Vorplatz. Manchmal graben sie diese wieder zu, aber oft, wenn ich später heimkomme, sind einfach offene Löcher da. Es ist unglaublich, wie diese kleinen Schildkröten, ihre Löcher, in diesen harten Boden graben können. Bei einem hat Fabia, meine Schweizer Besucherin, eine Markierung gesetzt und ich schaue täglich nach, ob sich was verändert hat. Sprich, kommt hier ein Schildkröten Baby raus? Bis jetzt unverändert. 

Da ich keine Ahnung hatte, um welche Schildkröte sich es handelt, hat mir Google mitgeteilt, dass es sich um eine Painted Turtle handelt. Google zeigt auch, dass diese in der USA im Online Angebot sind: Kaufpreis zwischen 120 -180 US Dollar / Stück und auch Baby-Schildkröten werden angeboten. Werden diese Tiere irgendwo eingesammelt und verkauft?

Als ich letzten Sonntag von meiner Wanderung zurückkomme, steht mein Nachbar, ganz ehrfürchtig an der Strasse und bewundert gerade eine Baby-Schildkröte. Diese ist schwarz und mit weissen Streifen gezeichnet. Etwa 7cm auf 5cm, gross, war dieses Baby. Es ist einfach am Rand der Strasse stillgestanden und wir hofften Beide, dass es den Weg zum Wasser, überlebt. Ich denke, hier muss der Mensch nicht in ein alt bewährtes System eingreifen, denn die Natur ist noch intakt für diese Tiere. Und ja, ihre Feinde lauern überall, aber dies gilt auch für das Stachelschwein, den Feldhasen, das Stinktier, das Reh, den Frosch, den Schmetterling und alle Vögel, welche ich hier täglich sehe.

Ein Feind für diese Tiere ist der Kojote, er ist hier heimisch. Morgens und Abends, höre ich ihn manchmal. Der Ton ist wie bellen beim Hund, aber auch wimmern wie ein kleines Baby. 

Der Feind Nr. 2 ist natürlich der Schwarzbär. Unser Bär in der Strasse, zeigt sich immer mal wieder im Dunkeln. Als meine Nachbarin zu ihrer Schichtarbeit aufbrechen wollte und zum Auto ging, war der junge Bär, gerade hinter ihrem Auto. Mit laut rufen und grossen Armbewegungen hat sie ihn zur Fortbewegung genötigt. Hat bestens funktioniert.

Ich schütze mich mit Lärm ( schwatzen, singen, Glöcklein ) und dazu noch der Bärenspray in Griffnähe. Aber wie immer, das eine ist die Ausrüstung, und das andere ist die Benutzung, als Laie. Hoffentlich ist mein Gesang so miserabel in seinen Ohren, dass er sich nicht in meine Nähe wagt. 

Anscheinend sollen 3-4 Wochen nach den Schmuckschildkröten, die Snapping Turtle ankommen. Dies ist dann schon nicht mehr so niedlich. Ca. 16 Kilo schwer und zwischen 20-36cm Länge. Sie können über 70 Jahre alt werden. Auf 1000 Eier, überlebt eine Schildkröte. Sie schwimmt mit mir im See, da bin ich doch immer wieder froh, kein Vorstellungsvermögen zu haben, sonst würde ich nie schwimmen gehen. Also mal sehen, ob ein Exemplar, hier seine Eier legen möchte. Doug hat mich immer wieder ermahnt, diese nicht anzufassen. Sie können recht grosse Wunden verursachen. 

Bugs – so werden die schwarzen kleinen Fliegen genannt. Sie sehen ziemlich harmlos aus, aber so jeder 5. Stich verursacht mir dann doch Schwellungen und Schmerzen. Es sieht dann auf der Haut so aus, als ob ein Stachel platziert wurde. Na ja das geht ja auch wieder vorbei. Wenn die Bugs dann weg sind, kommen die Moskitos. Nicht gerade tröstlich, aber die Bevölkerung hier, überlebt diese Zeiten auch immer wieder. Ich auch!

Blumen:

Corinna mit Hund Spirit kommen auf Besuch und sie teilt mir erfreut mit, dass in der Hauseinfahrt, Frauenschuh Orchideen blühen. Sofort raus und nachschauen und ja, unglaublich. 4 Büschel stehen dort. 3 sind in Rosa und einer ist in Weiss. Leider wurde der weisse Frauenschuh, von einem Tier, niedergetrampelt. Die wunderbare Übersetzung vom Namen Frauenschuh ist – Ladyˋs slipper. Ich bin begeistert von diesem Namen, das ist ja mal Poesie. Wenn ich nun durch die Gegend laufe, sehe ich überall – Ladyˋs slipper und dazwischen noch Schwertlilien.

Die ersten gelben Seerosen blühen auch schon. Auf der Naturwiese beim alten Farmhaus sind nicht nur die Zecken, sondern auch die Butterblume, Schafgarbe und vieles mehr, was ich aus der Schweiz kenne. 

In den privaten Gärten blühen die Azaleen und Rhododendronˋs in wundervollen Farben. 

Die Margerite blüht am Wegrand- wie ist denn der englische Name? Daisy, so hübsch. Dieser Name wird auch für das Gänseblümchen verwendet. 

Die Herbstbeeren blühen jetzt gerade. Das Huckleberry am See unten und die Blaubeere überall. Erdbeersaison ist auch schon hier, aber gerade sehr kurz, da das Wetter nicht so mitspielt. 

Ja das Wetter, seit 2 Wochen haben wir viel Regen und meistens so zwischen 13 und 15 Grad am Tag. Wenn dann die Sonne scheint, dann sind wir sofort auf 22 – 28 Grad tagsüber. Gut ist das viele Wasser, damit die Waldbrände doch noch gelöscht werden können, bevor der Sommer einzieht. Gut ist auch, dass die schwarzen Fliegen nicht so zahlreich sind, denn sie lieben keinen Regen und keinen Wind. Der Farmer ist natürlich nicht so glücklich, denn er hätte gerne mehr Sonne für seine Früchte und das Gemüse. 

Ich bin gerade in Planung und Organisation für meine Durchquerung von Labrador und danach besuche ich Neufundland. 

Take care…….

Die Natur breitet ihre Arme aus, um den Menschen zu umarmen, wenn denn nur sein Denken sich ihrer Grösse als würdig erweist.